Was heißt
„systemisch“?

Die systemische Sichtweise nimmt Menschen in ihren sozialen Systemen (Beziehungen, Schule, Beruf, Partnerschaft, Ehe, Familie, Freundeskreis…) wahr und fragt danach, welche Sicht- und Denkweisen ihrem Erleben zugrunde liegen.

 

Systemisches Arbeiten bedeutet von daher, die größeren Zusammenhänge in den Blick zu nehmen und sich nicht in einzelnen Details zu verlieren. So wird der Mensch als ein Wesen gesehen, das mehr Kräfte in sich trägt als jeweils sichtbar werden. Diese Ressourcen gilt es beim systemischen Arbeiten zu nutzen, um so Veränderungen und neue Möglichkeiten entwickeln zu können.

 

Von Systemikern wurden zwar spezifische systemische Methoden entwickelt, beim systemischen Arbeiten geht es aber vor allem um einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit Menschen und um grundlegende Haltungen, die sich in der Arbeit zeigen.

 

Hier eine kurze Beschreibung der zentralen Haltungen und Aspekte, die uns in der systemischen Arbeit wichtig sind:

Auftragsorientierung

Ausgangspunkt ist für uns der Auftrag, den wir als systemisch Arbeitende im Kontakt mit unseren Klienten/Kunden klären und konkretisieren.

 

Kundenorientierung

Menschen, die Hilfen suchen, werden grundsätzlich als kundig für ihre eigenen Fragen und Probleme angesehen und im Umgang damit unterstützt.

 

Allparteilichkeit

Als Systemiker ergreifen wir keine Partei für einzelne Personen, Systeme oder Ideen. Wir bemühen uns, nicht auf eine Seite gezogen zu werden, um offen für die unterschiedlichen Perspektiven und Möglichkeiten zu bleiben.

 

Multiperspektivität

Die Perspektiven der verschiedenen Beteiligten werden von uns gezielt einbezogen. Dabei verstehen wir die Vielfalt der sich unterscheidenden Perspektiven als bereichernd.

 

Transparenz und Verschwiegenheit

Insbesondere in der Arbeit mit unterschiedlichen Beteiligten und Auftraggebern ist ein transparenter Umgang mit den vertraulichen Inhalten wichtig. Vertraulichkeit, Datenschutz und Schweigepflicht sind für uns grundlegend.

 

Zielorientierung

Von Anfang erkunden wir die Ziele unserer Kunden/Klienten gemeinsam mit ihnen. Diese Zielearbeit gibt die Richtung für den Weg der Veränderung vor.

 

Ressourcenorientierung

Wir gehen davon aus, dass Menschen und soziale Systeme über unterschiedlichste Ressourcen wie Fähigkeiten, Kompetenzen etc. verfügen, die großteils noch nicht genutzt werden und die es zu entdecken und einzubringen gilt.

Beziehungsorientierung

Menschliche Beziehungen gelten für uns als eine zentrale Kraft, um individuelle und kollektive Aufgaben erfüllen und Probleme lösen zu können.

 

Musterorientierung

Weniger die einzelnen Themen als vielmehr die damit einhergehenden und sich wiederholenden Muster und größeren Zusammenhänge sind für das systemische Arbeiten relevant. Durch das Erkennen von Mustern können tiefer liegende Themen und Fragen entdeckt werden.

 

Kontextorientierung

Verhalten macht nur Sinn, wenn es in Bezug auf eine bestimmte Situation und Konstellation betrachtet wird. Das heißt es gilt die Bedeutungen in den jeweiligen Kontexten (z.B. Familie, Partnerschaft, Beruf, Schule) wahrzunehmen und nutzbar zu machen.

 

Kooperationsorientierung

Erfolgversprechender als Einzelkämpfertum ist für uns Systemiker die Bündelung von Kräften durch Kooperationen zwischen den Beratenden und Kunden, aber auch zwischen den Klienten und ihren Bezugspersonen und –systemen.

 

Lösungsorientierung

Das Problem steht bei systemischem Arbeiten nicht im Vordergrund, vielmehr begeben wir uns mit unseren Kunden/Klienten von Anfang an auf den Weg Lösungen zu entdecken und zu entwickeln.

 

Prozessorientierung und Methodenvielfalt

Beratungs- und Therapiemethoden sind hilfreich, um neue Wege eröffnen zu können. Sie sind jedoch nicht Selbstzweck, sondern stehen im Dienste des jeweiligen Entwicklungsprozesses. Insofern ist eine Methodenvielfalt sinnvoll, um in unterschiedlichsten Situationen neue Möglichkeiten eröffnen zu können.


Sie sehen, dass wir mit unserem systemischen Ansatz den Anspruch haben, auch mit komplexen Fragestellungen des Lebens angemessen umzugehen. Wir wollen unsere Klienten/Kunden schließlich im Umgang mit den sehr unterschiedlichen Problemen und Fragestellungen, mit denen es im Leben umzugehen gilt, nicht alleine lassen.